#FilmTipp Rose

 

(c) ch.dériaz

 

Die Regeln der Gemeinschaft

 

Vor dem Hintergrund des 30-jährigen Krieges, also im 17. Jahrhundert, in einer flachen, leeren, bäuerlichen Landschaft, lässt Markus Schleinzer seine Figur Rose auftauchen. Als Soldat, als Mann, sie ist, wie sie es später nennen wird „in die Hosen gestiegen“. Und das ist nicht wenig in dieser Zeit.

 

Misstrauen

 

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Als der junge, von einer Schussverletzung gezeichnete, Soldat im Ort auftaucht, mit einer Urkunde, die ihn als Erben eines seit Jahren verlassenen Hofes ausweist, ist das Misstrauen zunächst gross. Aber Stück für Stück verschafft sich Rose als Mann Respekt.
Respekt, der so weit geht, dass man sie mit einer der Dorftöchter verheiratet.
Dass das langfristig nicht gut gehen wird, liegt auf der Hand.
Spannend und berührend ist allerdings das Wie der Geschichte.

 

Schwarz-Weiss

Die schönen und ruhigen Schwarzweissbilder unterstreichen die Landschaft, heben sie hervor, sowohl in winterlicher Trostlosigkeit als auch in voller Schönheit und Blüte. Die kargen Dialoge, die gerade mal das Nötigste vermitteln, passen zur Landschaft. Eine Off-Stimme, die das, was als Hintergrund erzählt werden muss, unaufdringlich erzählt und eine wirklich ungewöhnliche Filmmusik, das alles dient als Rahmen, als Bühne für tollen Darstellerinnen und eine harte, grausame Geschichte. Dass die Brutalität nie explizit gezeigt wird, macht sie tatsächlich noch viel schlimmer, noch viel fühlbarer.

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Im Kern kämpft Rose für ihr individuelles Streben nach Glück und Freiheit und gegen die Regeln und Vereinbarungen der Gruppe. Ein ungleicher Kampf, der nur vordergründig nichts mit unserer heutigen Zeit zu tun hat.

 

 

 

 

Rose läuft in Wien im Gartenbau Kino, im neu eröffneten Bellaria und im Votiv Kino, viele Möglichkeiten also, diesen eindrücklichen und berührenden Film anzuschauen.

 

 

 

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